Neuroleptika Trialog

Neuroleptika-Trialog online 2021 Januar bis Juni

Der Trialog zum Absetzen und Reduzieren von Neuroleptika wurde im Januar 2017 mit einem Auftaktsymposium in der Villa Stucki in Bern ins Leben gerufen. Wir wollten keine Maxime setzen, sondern einen Gesprächs- und Begegnungsraum eröffnen für ein Thema, hinter dem so viel mehr steckt, als einfach Diagnostik und Pharmakologie. Und wollten die verschiedenen Erfahrungsperspektiven zusammenbringen, von Menschen, die diese Medikamente einnehmen, die Leute um sie herum und diejenigen, die sie verordnen oder sonst in einer fachlichen Position damit zu tun haben.

Seither treffen wir uns regelmässig einmal im Monat in Bern.

Wir möchten die aktuelle Situation der Pandemie nutzen für ein etwas anderes Format online und mehr Raum geben für Input in Form von Vorträgen, moderierten Gesprächen, Lesungen etc. von und mit Referierenden und natürlich immer noch mit Euch!

Hier geht’s zum InCLOUsiv-Talk mit Andrea Zwicknagl zur Trialog-Webinar-Reihe.

14. Januar, Donnerstag, 18.00 bis ca. 19.30 Uhr
Tapering Strips als Hilfe für sinnvolle Gespräche im Sprechzimmer
Fachvortrag von Dr. Peter C. Groot und Diskussion.
Link zur Aufzeichnung: https://youtu.be/iULZp4nGDD0.

18. Februar, Donnerstag, 18.00 bis ca. 19.30 Uhr
Leben ohne Psychopharmaka geht das? Und wenn ja, wie?
Nach der Weise des offenen Dialogs laden Christian Burr und Andrea Zwicknagl die Autoren des Buchs „Medikamentenreduktion und Genesung von Psychosen“ Jann Schlimme, Thelke Scholz und Renate Seroka zu einem trialogischen Gespräch ein.
Info und Anmeldung: ABGESAGT!
https://www.eventbrite.ch/e/leben-ohne-psychopharmaka-geht-das-und-wenn-ja-wie-tickets-133507202637?ref=eios

25. März, Donnerstag, 18.00 bis ca. 19.30 Uhr
Wahnsinn um drei Ecken. Eine Familiengeschichte
Lesung und Gespräch mit Friederike Samstag.
Info und Anmeldung:
https://www.eventbrite.ch/e/wahnsinn-um-drei-ecken-eine-familiengeschichte-tickets-133600377325?ref=eios
Video der Veranstaltung: hier.

22. April, Donnerstag, 18.00 bis ca. 19.30 Uhr
Auf dem virtuellen Roten Sofa mit Uwe Gonther
Ein Gespräch zu dritt.
Info und Anmeldung:
https://www.eventbrite.ch/e/auf-dem-virtuellen-roten-sofa-mit-uwe-gonther-tickets-133609155581?ref=eios

20. Mai, Donnerstag, 18.00 bis ca. 19.30 Uhr
Grundsätzlich neue Einstellungen und Haltungen mit weniger oder auch ohne Psychopharmaka
Erfahrungen aus dem aufsuchenden Angebot durch eine diplomierte Pflegekraft.
Info und Anmeldung:
https://www.eventbrite.ch/e/neue-einstellungen-und-haltungen-mit-weniger-oder-auch-ohne-psychopharmaka-tickets-134001075825?ref=eios

24. Juni, Donnerstag, 18.00 bis ca. 19.30 Uhr
Wir müssen reden!“
Chronik aus dem Cyberspace.
Vortrag und Gespräch mit Dr. Susanne Ackers, Andrea Zwicknagl und Christian Burr.
Info und Anmeldung:
https://www.eventbrite.ch/e/wir-mussen-reden-chronik-aus-dem-cyberspace-tickets-134002931375?ref=eios

Die Teilnahme ist grundsätzlich kostenlos!

Wer möchte kann uns mit einem kleinen Beitrag unterstützen, die technischen Kosten und ein Dankeschön für die Referierenden zu finanzieren. Herzlichen DANK dafür im Voraus!

Kooperationspartner
Die Schweizerischen Gesellschaft für Sozialpsychiatrie kooperiert mit diesem Online-Projekt als Teil ihres Engagements zur weiteren Umsetzung ihres Positionspapiers zum Umgang mit Psychopharmaka:
https://www.sozialpsychiatrie.ch/files/UGKIVEO/umgang_mit_psychopharmaka.pdf

Christian Burr und Andrea Zwicknagl sind Mitglieder im Vorstand der SGSP und waren an der Erarbeitung des Positionspapiers beteiligt.

Kontakt
Per Email unter neuroleptika-trialog@gmx.ch.

Verantwortlich
Andrea Zwicknagl, Peer, und Christian Burr, Pflegeexperte, Bern, UPD sowie Katrin Ott, Angehörige.

Was bisher geschah
Wir haben den Trialog am 26. Januar 2017 mit einem halbtägigen Symposium „Neuroleptika reduzieren und absetzen“ begonnen. Der Saal der Villa Stucki war mit 60 Teilnehmenden bis auf den letzten Platz besetzt und noch mehr Leute wollten kommen. Viele Fachleute vor allem aus dem Bereich der Pflege hatten sich interessiert, auch einige ÄrztInnen, etwa 20 Prozent der Teilnehmenden hatten eigene Erfahrung mit der Einnahme von Neuroleptika und nur eine sehr kleine Zahl war angehörig. Darum möchten wir diese Gruppe besonders ermutigen sich für den Trialog zu melden.

Den Anfang machte Dr. Stefan Weinmann mit einem Referat zum Thema „Neurolepitka reduzieren und absetzen – warum und wie?“

Dann folgten trialogische Kleingruppen, wo der Austausch der persönlichen Erfahrungen geübt werden konnte.

Zum Abschluss gab es ein trialogisch besetztes Podiumsgespräch.

Den  Flyer finden Sie hier.

Hier geht es zum Pressebericht über die Veranstaltung.

Weiterführende Informationen

  • Neuroleptika reduzieren und absetzen: Eine Broschüre der Deutschen Gesellschaft für Soziale Psychiatrie DGSP für Psychiatrie-Erfahrene, Angehörige und Professionelle aller Berufsgruppen. Die Broschüre stellt sich umfassend allen Fragen rund um das Reduzieren und Absetzen von Neuroleptika. Für den geplanten Neuroleptika-Trialog in Bern werden wir sie als Leitfaden für unseren Austausch verwenden.
  • Neuroleptika minimal – warum und wie: Volkmar Aderhold vom Institut für Sozialpsychiatrie an der Uni Greifswald hat sich als Psychiater intensiv mit der Forschungsliteratur zu Wirkungen und Nebenwirkungen von Neuroleptika befasst. In seiner Metaanalyse fasst er die wesentlichen Ergebnisse zusammen und plädiert für einen minimalen Einsatz dieser Medikamente. Seine Erkenntnisse sind in die Broschüre „Neuroleptika reduzieren und absetzen“ eingeflossen. Aderhold ist Mitglied im Fachausschuss Psychopharmaka der DGSP.
  • Neuroleptika-Debatte der DGSP: Die DGSP stellt sich schon seit vielen Jahren der Diskussion um die Medikation mit Neuroleptika. Verfolgen Sie hier die Debatte.
  • Erfolgsmythos Psychopharmaka: 2008 hat sich der Referent unseres Symposiums Dr. Stefan Weinmann intensiv kritisch mit der Geschichte und Anwendung von Psychopharmaka auseinandergesetzt.
  • Medikamentenbehandlung bei psychischen Störungen – Leitlinien für den psychiatrischen Alltag: Das Buch ist ganz aktuell im Januar 2017 erschienen. Dr Stefan Weinmann hat in Coautorenschaft das Grundlagenwerk von Assmus Finzen komplett überarbeitet und auf den neuesten Stand gebracht. Es liefert eine fundierte Auseinandersetzung mit dem Stand der Forschung, mit dem was wir wissen und was wir nicht wissen. In Sprache und wissenschaftlicher Grundlegung eignet es sich sowohl für Assistenzärzte in der Ausbildung wie für Pflege und andere Fachleute, genauso wie Angehörige oder Betroffene. Eine ausgezeichnete Basis für die weitere Beschäftigung mit dem Thema.

Englischsprachige Quellen

  • Inner Compass Initiative – The Withdrawal Project: Die US-amerikanische Aktivistin Laura Delano hat im Withdrawal Project die vielfältigen Erfahrungen von Betroffenen gesammelt und systematisch zusammen gestellt. Hier finden sich Informationen zu den verschiedenen Medikamentengruppen, Entzugssymptome und eine Vielzahl von Hinweisen was Menschen geholfen hat.
  • Anatomy of an Epidemic: Der Amerikaner Robert Whitaker hat sich dem Thema Psychopharmaka und vor allem ihrer Langzeitwirkung mit journalistischer Präzision und intensiver Recherche gewidmet. Entstanden ist eine investigative Auseinandersetzung, die Whitaker 2010 als Buch publiziert hat; 2016 ist ein aktualisiertes Update für die Frage nach den Neuroleptika erschienen. Es steht als PDF-Download frei zur Verfügung. Der Blog www.madinamerica.com führt Whitakers Arbeit mit aktuellen Beiträgen von vielen verschiedenen Autoren aus aller Welt fort.
  • The Icarus Project: Das Icarus Projekt ist ein Netzwerk von und für Menschen, die Erfahrungen mit der Welt machen, die vielfach als psychische Krankheit deklariert werden. Es will soziale Gerechtigkeit durch gegenseitige Hilfe fördern, die die Anliegen von individueller Heilung und kollektiver Freiheit miteinander verbindet. Das Leitmotiv ist: „Wir verändern uns, indem wir die Welt um uns herum verändern“. Neben vielen anderen Initiativen hat das Icarus Projekt zusammen mit dem Therapeuten, Autor und Psychiatrie-Erfahrenen Will Hall einen Leitfaden publiziert, der beim Absetzen von Psychopharmaka begleitet: Harm Reduction Guide to Coming Off Psychiatric Drugs and Withdrawal. Er wurde in verschiedene Sprachen übersetzt, unter anderem auch ins Deutsche: Harm Reduction Leitfaden zum risikoarmen Absetzen von Psychopharmaka.